Grünes Licht für Fernwärme aus Klärschlamm in Hannover

01.07.2020
Enercity hat genehmigungsrechtlich grünes Licht für die Errichtung einer Klärschlammverwertungsanlage in Hannovers Stadtteil Lahe erhalten. „Wir können allein mit diesem Projekt 15.000 Menschen in Hannover mit klimafreundlicher Wärme versorgen“, sagt Enercity-Chefin Dr. Susanna Zapreva.
Für die Errichtung einer Klärschlammverwertungsanlage in Hannover-Lahe hat Enercity die Baugenehmigung erhalten (Quelle: Enercity)

Die nun erteilte Baugenehmigung ist ein weiterer Meilenstein für das Projekt, nachdem im Mai die Landeshauptstadt Hannover Enercity den Auftrag zur Verwertung von jährlich 56.000 Tonnen entwässertem Klärschlamm über die nächsten 25 Jahre erteilt hat. Insgesamt kann die Anlage jährlich rund 130.000 Tonnen Klärschlamm verarbeiten, so dass es noch freie Kapazitäten für Klärschlamm von weiteren Kommunen aus der Region gibt. Klärschlamm darf künftig nicht mehr als Dünger auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht werden, um Böden und Grundwasser zu schonen. Daher müssen sich Städte und Kommunen um eine umweltverträgliche Verwertung ihres Klärschlamms kümmern.

Anlage soll 2022 den Betrieb aufnehmen

Enercity errichtet die Monoverbrennungsanlage auf dem Gelände der Deponie des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Hannover in Hannover-Lahe. Die Anlage wird den Strom erzeugen, den sie selbst benötigt, und zudem rund 50.000 MWh Wärme in das städtische Fernwärmenetz einspeisen. Die Bauarbeiten werden im November 2020 beginnen. Die Aufnahme des Betriebs ist im 4. Quartal 2022 geplant. Insgesamt investiert Enercity über 60 Millionen Euro in das Vorhaben.

Fernwärme aus erneuerbaren Energien

Bis zum Jahr 2030 will das Unternehmen mindestens die Hälfte der Fernwärme in Hannover aus erneuerbaren Energien gewinnen. Neben der Klärschlammverwertungsanlage ist ein wichtiger Baustein dafür der Anschluss der Abfallverwertungsanlage der EEW Energy from Waste an das Enercity-Fernwärmenetz, der bereits realisiert ist. Die Abfallverwertungsanlage steht in direkter Nachbarschaft zur geplanten Klärschlammverwertungsanlage und kann mit ihrer Abwärme bereits bis zu 25 Prozent des Fernwärmebedarfs in Hannover abdecken.

- EHP-Redaktion -