Der technische Aufwand, Fernwärme ins Haus zu bekommen, ist in der Regel überschaubar. Für jede Situation gibt es eine Lösung. Wenn Sie sich technisch weiter informieren wollen, finden Sie hier detailliertere Informationen. Ansonsten hilft Ihnen gerne Ihr örtlicher Versorger.

Eine Hausstation hat die Aufgabe, die Wärme aus dem Fernwärmenetz an das Gebäude zu übergeben. Sie besteht aus der Übergabestation und der Hauszentrale. Außerdem unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Anschlussarten, nämlich der direkten (ohne Wärmeübertrager) und der indirekten (mit Wärmeübertrager).

Die Übergabestation nimmt die Wärme aus dem Fernwärmenetz entgegen und sorgt dafür, dass sie mit den richtigen technischen Bedingungen – etwa in Bezug auf Temperatur, Druck und Volumenstrom – am Gebäude ankommt. Von dort gelangt die Wärme in die Hauszentrale. Sie stellt sicher, dass die gelieferte Wärme passgenau für die Heizungs- und Warmwasseranlage des Hauses angepasst und verteilt wird. Während die Übergabestation also die ordnungsgemäße Übergabe aus dem Netz übernimmt, kümmert sich die Hauszentrale darum, dass die Wärme im Gebäude sicher und effizient genutzt werden kann. 

Die Hausanlage verteilt die von der Hauszentrale bereitgestellte Wärme im gesamten Gebäude. Sie umfasst die Heizleitungen, die Heizflächen wie Heizkörper oder Fußbodenheizungen sowie die notwendigen Steuer- und Regeleinrichtungen. Damit sorgt die Hausanlage dafür, dass alle Räume zuverlässig beheizt werden und Warmwasser in der gewünschten Temperatur zur Verfügung steht.


Die Liefergrenze bzw. der Lieferumfang zwischen Fernwärmeversorgungsunternehmen und Kunden ist nicht einheitlich. So stellen einige Versorger nur den Hausanschluss, während andere die Übergabestation oder die Hauszentrale zur Verfügung stellen.

Der Fernwärmekunde hat somit die Option, zusätzliche Dienstleistungen zu buchen. In diesem Fall endet der Service des Versorgers nicht bei der Übergabestation, sondern umfasst bei Bedarf auch die Betreuung der Hauszentrale für die Wärmeversorgung.

Mögliche Leistungen sind:

  • Planung und optimale Auslegung der Übergabestation
  • Demontage der alten Wärmeerzeugungsanlage und Umstellung auf Fernwärme
  • Wartung und Service „rund um die Uhr“ (Notdienst)
  • Aufteilung und Abrechnung der Heiz- und Warmwasserkosten

Die Dienstleistungen beschränken sich nicht ausschließlich auf Neuanlagen. Manche Fernwärmeversorger bieten auch das sogenannte Contracting an. Sie übernehmen auf Ihren Wunsch hin vorhandene Wärmeerzeugungsanlagen und kümmern sich um deren Betrieb und Wartung.

Für die genannten Leistungen berechnet Ihr Fernwärmeversorger einen Servicepreis, der folgende Positionen beinhaltet:

  • Kapitaldienst (Investitionen)
  • Instandhaltungspauschale
  • Wartungspauschale

Welche Fragen sollten sich Vermieter/Eigentümer vor der Entscheidung für Fernwärme stellen?

  1. Welche Vorteile bietet mir die Fernwärme?
  2. Wer ist mein Versorger? Wer sind die Ansprechpartner?
  3. Gibt es bei mir in der Straße/im Ort bereits Fernwärme? Ist eine Fernwärmeversorgung also überhaupt kurzfristig möglich?
  4. Handelt es sich beim Gebäude um einen Neubau oder einen Altbau?
  5. Muss trotz Fernwärme noch regenerative Energie eingesetzt werden?
  6. Ist die Zustimmung der Mieter (falls vorhanden) erforderlich?
  7. Welche Zuschussprogramme gibt es (vom EVU, KfW, Staat, Land), welcher Kredit ist eventuell noch erforderlich?
  8. Wie sehen die Vergleichsangebote (anderer Heizungsarten/anderer Anbieter) aus? Wie stellt sich Fernwärme im Vollkostenvergleich dar?
  9. Wie sehen die Angebote von (verschiedenen) Heizungsbauern zu den gebäudeinternen Umstellungsarbeiten (Liste der Fachbetriebe eventuell vom Versorgungsunternehmen zur Verfügung gestellt) aus?

Checkliste für Kunden, die sich für Fernwärme entschieden haben:

  • Ist, falls erforderlich, die Zustimmung der Mieter eingeholt/vorhanden? (Kontrolle des Mietvertrages, wer entscheidet über die Heizungsart?)
  • Wurde der Vertrag mit dem Fernwärmeversorger unterschrieben?
  • Hat das Fernwärmeversorgungsunternehmen Antragsformulare zu Zuschussprogrammen geschickt? Wurden diese ausgefüllt und verschickt? (Bei Förderprogrammen des Fernwärmeversorgers gehen diese direkt an das Versorgungsunternehmen, bei sonstigen Zuschussprogrammen erfolgt die Abwicklung direkt mit den Zuschussgebern.)
  • Wann ist Baubeginn?
  • Wer ist für die Gewährleistung der Baufreiheit (Keller, Zugänge, Außenwege…) zuständig? Falls es der Vermieter selbst ist - wurden alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet?
  • Wie ist die Dauer der Umbaumaßnahmen / des Versorgungsausfalls bzw. wann ist Lieferbeginn?
  • Sind die Mieter über Umstellung sowie Datum und Dauer des Versorgungsausfalls informiert?
  • Ist für die Demontage und Entsorgung der alten Heizung (ggf. des Tanklagers oder der Gasleitung) gesorgt?
  • Wer führt wann die Montage der neuen Heizungsanlage durch? Wurde der Vertrag mit dem ausgewählten Heizungsbauer unterzeichnet?
  • Bei ehemaliger Gasheizung: Ist die Abmeldung beim Versorger erfolgt?
  • Bei ehemaliger Gasversorgung: Ist der Dauerauftrag für Banküberweisungen gekündigt?
  • Sind neue Daueraufträge einzurichten?
  • Ist der Wartungsvertrag der alten Heizung gekündigt?
  • Wurde der Schornsteinfeger informiert? Wurden eventuelle Daueraufträge bei der Bank gekündigt?
  • Information der Haus- und Brandversicherung über die Änderung der Beheizungsart.
  • Entlüftung der Heizkörper ist vorzusehen.
  • Wer sind die Ansprechpartner beim Versorgungsunternehmen für Wartung bzw. im Störungsfall?