Fernwärme - Das Komplettpaket

In der öffentlichen Wahrnehmung werden Fernwärmepreise fälschlicherweise oft direkt mit Brennstoff- oder Strompreisen anderer Heiztechnologien verglichen. Dabei wird übersehen, dass Fernwärme mehr ist: Das Endprodukt Wärme wird als Dienstleistung direkt an den Kunden geliefert. Ihre Bereitstellung erfordert eine komplexe Infrastruktur, die sich meist über dicht bebaute städtische Gebiete erstreckt. Zudem investieren viele Versorger derzeit stark in die Umstellung auf klimaneutrale Wärmeerzeugung. Diese Kosten müssen in der Preisgestaltung berücksichtigt werden, während zugleich wettbewerbsfähige Preise im Systemvergleich erforderlich sind. Ein sinnvoller Vergleich zu anderen Heiztechnologien ist daher nur auf Basis eines Vollkostenvergleichs möglich – also unter Einbeziehung von Investitions-, Betriebs- und Instandhaltungskosten, Energiepreisen sowie der Lebensdauer der Anlagen.
Der Fernwärme-Grundpreis bzw. Leistungspreis
Alle festen Bestandteile der Kosten – also jene, die unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch entstehen – sind im Fernwärme-Grundpreis bzw. im Leistungspreis enthalten. Diese festen Kosten bestehen hauptsächlich aus den Kapitalkosten für Erzeugeranlagen, Transportleitungen und Übergabestationen sowie aus den Personalkosten für Betrieb, Wartung und Instandhaltung. Fernwärmeversorger bieten Kleinstabnehmern meist entweder einen Grundpreis in Euro pro Jahr oder einen jährlichen Leistungspreis nach angeschlossener Leistung in Euro pro kW an. In der Preisgleitung werden in der Regel der Lohn- und der Investitionsgüterindex berücksichtigt.
Der verbrauchsbezogene Arbeitspreis
Neben dem Grundpreis zur Abdeckung der fixen Kosten beinhaltet der Fernwärmepreis den so genannten Arbeitspreis. Dieser ist verbrauchsbezogen: Er steht in direktem Zusammenhang mit der von Ihnen bezogenen Wärmemenge. Der Arbeitspreis deckt die Kosten für den Brennstoffeinsatz bei der Fernwärmeerzeugung. Der Preis wird in Euro/MWh oder ct/kWh für die verbrauchte Wärmemenge sowie für die Bereitstellung von Infrastruktur, sofern die zugehörigen Kosten nicht vollständig durch GP und LP gedeckt werden können, angegeben.
Moderate Preisschwankungen
Zur Preisanpassung der Fernwärme werden häufig Indizes oder Börsenpreisnotierungen herangezogen. Dabei wird in der Regel das arithmetische Mittel aus zwölf Monatswerten gebildet. Dies hat den Vorteil, dass kurzfristige Preisschwankungen geglättet und nicht unmittelbar an die Kunden weitergegeben werden.
Verlauf ausgewählter Indexreihen

Weiterführende Informationen
Mehr Informationen zu Fernwärmepreisen finden Sie hier.